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a. alles zennet, alles rettet, alles flüchtet ...
b. alles rennet, alles rettet, flüchtet ...
G. alles rennet, rettet, flüchtet ..,
um dieſe Zeile dann noch einmal als Geſamichor
1 wiederholen. Um dann ſpäter das gewaltige
immelanſc<hlagen der Flamme zu veranſchau-
lichen, beginnt ein einzelier Teilchor, der dann
allmählich durch das Einſallen der anderen ver-
ſtärtt wird, bis dann der Geſamt<hor ſchließt
Rieſengroß!" =- -- Und dann gibt eine Einzel-
imme die Ohnmacht des Menſchen gegenüber
ver entfeſſelten Naturgewalt wieder.
Mitunter wird man auch muſikaliſche Clemente
ur Unterſtüzung heranziehen, ſo vielleicht bei
ver Anfangsſtrophe von „Bauernauſſtand“ von
Börries v. Münchhauſen: „Die Glocken ſtürmten
vom Bernwardsturm . ..“. Um das Unheimliche
dieſes nächtlichen Läuten3 wiederzugeben, wird
die Zeile von 4 Teilchören gleichzeitig, aber auf
;c einem Ton eines Septimenakkordes geſprochen,
und während dann ein Teilchor dieſen Akkord
aufnimmt und jummend im Rhythmus der
erſten Zeile hält, ſpricht der Reſt weiter die fol-
genden Zeilen der Strophe.
Sache des Lehrers iſt es, ſorgfältig zu über-
legen, welche Gedichte ſich für eine derartige Be-
handlung eignen. Er wird höchſtens 3 oder 4 im
Qaufe eines Jahre3 auf dieſe Weiſe mit der
Klaſſe üben, damit das immer Höhepunkte inne-
ren Erlebens bleiben; denn erfahrung3mäßig
macht dieſe Form des Chorſprechens einen un-
gemein tieſen Cindru> auf die Kinder.
Literatur. Hahn: Der Kinderſprechchor (Oſter-
wied, 1925). Buſchmann.
Chriſtentum und Erziehung. 1. Das Problem
iſt hiſtoriſc< unlösbar. 2. Die Begriffe
Chriſtentum und Erziehung jind jelbſt
problematiſc<. 3. Die praktiſch-ethiſche
Bedeutung der Frage. 4. Der innere
Widerſtand de3 <riſtlichen Etho38 gegen
das Bildungsprinzip des Jntellektualis-
mu8. 5. Moderne Kulturkrije und urchriſt-
liche E3hatologie. 6. Das erzieheriſche
Ethos des Chriſtentums und das Ethos
der innerweltlichen Erziehungsprinzi-
pien des Nomismus3 und des Intellektu-
ali3mu3. 7. Das Etho5 des Chriſtentums
entſteht aus der Erſahrung der Objektivi-
tät ver Schuld.
1. Das Problem iſt hiſtoriſch unlösbar. Wenn
man unter Chriſtentum die nun ſaſt zweitauſend
Jahre alte Geſchichte der <riſtlichen Religion
verſteht, jo umſaßt das Problem des Verhält-
niſſes von Chriſtentum und Erziehung im Grunde
die geſamte dogmengeſchichtliche und kirchen-
hiſtoriſche Entwicklung der <riſtlichen Religions-
gemeinſchaften. Bejonders würde in dieſen Zu-
ſammenhang die Darſtellung der ſogenannten
Soziallehren des Chriſtentums gehören, wie ſie
etwa Troeltſd) in ſeinem gleichnamigen großen
Chorſprechen--- Chriſtentum und Erziehung
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Buche gegeben hat. Derartiges iſt hier aus prin-
zipiellen Gründen nicht beabſichtigt. Denn eine
jolche Darſtellung würde, wie gerade die Unter-
juchung von Troeltſch zeigt, nicht nur ein jehr
buntes Bild ergeben, jondern auch in vas Ergeb-
nis auslaufen, daß das Chriſtentum heute ſeine
eigentlichen erzieheriſchen Kräſte eingebüßt habe.
Denn man kann ſich angeſichts der faſt 2000 jäh-
rigen Geſchichte der <riſtlichen Religion des
Eindrucks nicht erwehren, daß die erzieheriſchen
Motive urchriſtlichen Glaubens, Liebens und
Hoffens, wo immer ſie zum neuen Leben erwacht
ſind, mit der Zeit an Wirkung nachließen, ſei es
aus biologiſchen Gründen, weil eine Epoche
degenerierte, ſei e8 au3 ſoziologiſchen, weil ſich
die Maſſe derer, die ſich Chriſten nannten, zu jehr
vergrößerte. Wer darum da3 Problem des Ver-
hältniſſe3 von Chriſtentum und Erziehung vom
Boden des hiſtoriſchen Denkens aus zu löſen
ſucht, wird gerade dann, wenn er folgerichtig
denkt, bei der reſignierten Einſicht enden, daß
eine Verweltlichung der erzieheriſchen Motive
Des Chriſtentums aus prinzipiellen Gründen un-
vermeidlich ſei. Die „Säkulariſation“ des Chri-
ſtentums erſcheint dann als ein Naturgeſeß. Das
heißt aber, daß das Vertrauen auſ dieſe
erzieheriſche Kraft und damit der Glaube
an das Chriſtentum felber auſgegeben
wird. |
Demgegenüber aber ſteht die ebenſo un=-
bezweifelbare Tatſache, daß dieſer Glaube inner-
halb der antik-abendländijchen Geiſtesgeſchichte
eine mehrmalige Regeneration erlebt hat. Das
Chriſtentum hat bis auf den heutigen Tag ſeine
Kontinuitätals Erziehungö3macht bewahrt.
Man kann das nicht im Ernſt beſtreiten. Denn
ſt | wenn auch die ideellen und organiſatoriſchen
Formen, in denen ſich die geiſtige Haltung des
Chriſtentums jeweils ausgeprägt hat, in den ver-
ſchiedenen Zeiten ein ganz verſchiedenes Geſicht
zeigen, ſo haben ſich dieſe verſchiedenen Epochen
doch alle als <rijtlich gewußt. E38 muß alſo in
ihnen eine gemeinſame Sinnbaſis geben, auf
deren Grundlage dieſe Regenerationen möglich
waren. Erklären kann man freilich eine jolche
„Wiedergeburt des urchriſtlichen Cthos ebenſo-
wenig, wie man dieje gemeinſame Sinnbaſis
theoretiſch beſchreiben kann. Aber man kann
nicht auf Grund reim hiſtoriſcher Beobachtung
und noch viel weniger auf Grund von geſchichts-
philoſophiſcher Konſtruktion über die Möglichkeit
oder Unmöglichfeit der Regeneration irgend
etwas entſcheiden. Denn daß ſich aus der hiſto-
riſchen Forſchung prinzipielle Maßſtäbe über die
Wirkungsmöglichkeiten des Chriſtentums ableiten
laſſen, iſt ein ſaljches Vorurteil des ſogenannten
HiſtoriSmus. Angeſichts des Schöpferijhen
kommt das hiſtoriſche und geſchicht3philoſophijc<e
Denken an jeine eigene Grenze. Man kann wohl
für die Vergangenheit erklären, warum dies oder
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