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Ausdruck kommt. Den Abſchluß bildet ein Hin-
weis auf die Entſtehung und den Abſchluß des
Kanons der Schriften ves Alten Teſtaments. --
Im Neuen Teſtament ſind zunächſt die Fragen
der Gntſtehung, ver Eigenart und de3 gejchicht-
lichen Wertes der drei erſten Cvangelien auf
Grund der Lektüre zahlreicher Stellen zu er-
vrtern; daran ſchließt ſich ein Charakterbild Jeſu
nach den Synoptikern, etwa nach folgenden
Hauptgeſichtspunkten: Jejus und die Offen-
barung des Alten Bunde35; das Yieich Gottes;
die neue Gerechtigkeit; Jeſus der Menjchenſohn,
der Meiſias, der Sohn Gottes. Nun empfiehlt es
jich, die Hauptſtüce des Johanne3evangeliums
zu leſen, beſonder8 1, 1-18; 5, 1--47; 8; 9; 10;
13-17. Der Vergleich mit den Synoptikern
zeigt den Unterſchied des Aufbaus und der Dar-
jtellung, führt aber zu der Crfenntnis, daß hier
wie da troß aller Verſchiedenheiten die Abſicht
der Verſaſjer iſt, Jeſus als den Herrn und Hei-
land 3u jhildern. Von den übrigen Schriften des
Neuen Teſtaments gebührt auf dieſer Stuſe den
Brieſen de3 Paulus der erſte Platz. 1. Theſſ. 4
und 5; Gal. 1 und 2; 1. Kor. 1; 5; 6; 9; 13 und
15; 2. For. 4; 5; 11, 22-12, 10; Röm. 1; 5; 7
und 8 ermöglichen e3, ein klares Bild der Ge-
meinden zu entwerſen und einen Eindruck von
der Perjönlichkeit des Paulus zu gewinnen. Als
Abſchluß lohnt es ſich, em Geſamtbild des
Mannes zu entwi>keln: Sein Bildung8gang,
ſeine Bekehrung, jein Charakter, ſeine welt-
geſchichtliche Tat. Ob von den übrigen Brieſen
noch ein oder das andere Stück zu leſen iſt, da-
rüber mögen die beſonderen Neigungen und die
vorhandene Zeit entſcheiden. Jedenfalls darf
ſchließlich ein kurzer Überblick über die Entſtehung
des Kanon5 des Neuen Teſtaments nicht ſehlen.
2) Verfahren. Im allgemeinen gilt auch
hier das zu 1 b Gejagte. Ganz beſonders läßt ſich
auſ der Oberſtufe dem Geſicht3punkt de3 Arbeit3-
unterrichtes Rechnung tragen: Die häusliche
Vorbereitung wird oft darin beſtehen, daß die
Schüler beſtimmte Abſchnitte lejen und durch»
denten, Vergleichungen oder Zujammenſtellun-
gen vornehmen; einzelnen Schülern können be-
jondere Auſgaben Übertragen werden. Die
Neiſe und die kritiſche Neigung dieſer Alteröſtuſe
machen e3 notwendig, daß der Lehrer keinem
Problem, das ſich bietet, ängſtlich aus dem Wege
geht. Nie aber darſ die Kritik zur Hauptſache
werden. Die Schüler müſſen eine Ahnung davon
erhalten, daß wahre Wiſjenſchaft Vorurteile be-
ſeitigt und das Weſen der Dinge zu erfaſſen ſucht,
dabei aber gerade auf dem religiöſen Gebiete
Ihrer Schranken ſich bewußt bleiben wird. Wenn
es gelingt, das innere Leben Jeſu oder des
Paulus wirklich anſchaulich zu machen, ſo wird
ver tieſe Eindruck auf die Schüler nicht ausbleiben,
ebeniowenig wie vas Bewußtſein, daß keine
Kritik an dieſes Heiligtum heranreicht. Daß
Bibelkundlicher Unterricht -- Bildſamkeit
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längere Abſchnitte des Neuen Teſtaments in dem
Gymnaſium im griechiſchen Urtext oder in der
Vulgata, im dem Realgymnaſium wenigſtens in
der leßteren Überjeßung zu leſen find, braucht
nur bemerkt zu werden.
Literatur. Kabiſch-Tögel: Wie lehren wir Ne=
ligion? (19232), -- Frante: Die Zukunft des Nel.-
Unt. (1919). -- Keſſeler: Nel.-Unt. in ev. Geiſt (1922*),
--“ Smend: Ev. Rel. -Unt. an höh. Schulen (1910). ---
Nichert: Handbuch für den ev. Nel.-Unt. (1911), ---
Thrändvrf u. Melßer: Nel.-=Unt. (1918). --- Neu-
fauf 1. Heyn: Ev. Rel.-Unt. (1921?). = Staude:
Präp. 3. d. bibl, Geſch. de38 A. 1. N. T. (1908 ff.). =
Voigt: Aus der Urkunde der Offenbaxung (19162), =“-
Cberhard: 1. Schule, Neligion und Leben (1925);
2. Arbeitsöſchulmäßiger Rel.-Unt. (1926*); 3. Lebendiger
Nel.-Unt (19252), - Emlein: Bibl. Geſchichte (19262),
=- Grau: Weij. zur unterrichtl. Beh. dex relig.-geſch. Lehr-
ſtoffe (1926). -- Tögel: Werdegang der ev. Rel., I u.
1. -- Bibl. Leſebücher von Stra*, Völker, Grau
(1927?) -- GEdhäfer, Krebs, Schuſter (1926). --
Fritſchi, Shremmer, Holzinger (1925). --- Oſter-
mai, Tögel, Neuburg (19262), -- Oppermann
(1926). =- Lehmann u. Peterjen (1912). Grau.
Vibelleſen [. Bibelkundlicher Unterricht.
Biblivthefen ſ. Lehrer-, Schüler-, Volksbiblio-
thefen.
Bibliſche Geſchichte]. Bibelkundlichen Unterricht.
Bilder j. Lehr- und Lernmittel, Schulſchmutk.
Bildner |. Erzieher, Lehrer.
Bildjamkfeit. 1. Die Tatſache. 2. Die Gren-
zen. Dem Wortſinne nach iſt Bildſamkeit die-
jenige Eigenjc<haft des Menſchen, durc die ſeine
Bildung möglich wird. Sie iſt alſo als natürliche
(angeborene), nicht als erworbene oder zu exr-
werbende Eigenſchaft zu denken, da Bildung
zuleßt immer nur auf Grund natürlicher Ver-
anlagung möglich iſt; das ſchließt nicht aus, daß.
ſich wie zwiſchen den Individuen, ſo auch im
Laufe der individuellen Entwicklung Gradunter-
ſchiede in der Bildjamkeit ergeben. Die Bild-
jamkeit muß auch als Eigenſchaſt des „Menſchen“
und nicht der menſchlichen Funktionen und Dis-
poſitionen gedacht werden; denn Bildung iſt
geiſtige Geſtaltung und vollzieht ſich durch An-
eignung objeftiver Werte, iſt alſo Sache des
perjönlichen Subjekt8, des „Ich“, wenn ſie ſich
auch mittels der ſeeliſchen Tätigkeiten vollzieht.
Daher kann der Begriſf der Bildſamkeit auch
nicht zerteilt werden --- in eine Bildjamkeit
nach jeiten der „Kraftbildung“ und eine nach
jeiten der „Wertaneignung“. Zwar kann die
„Bildung“ logiſch in dieſe beiden „Seiten“ zer-
legt werden; in Wirklichkeit iſt aber die Bildung
ein einheitliches Ganzes, und der Begriff der
Bildjamkeit kann nur auf dies Ganze der Bil-
duna bezogen werden. -- Aber die Frage iſt,
ob Bildſamkeit als natürliche Eigenſchaft des
Menſchen tatjächlich beſteht, ob ſie alſo mehr
iſt als eine nüßliche Fiktion oder ein notwendiger
pädagogijcher Glaubenöſaß, und wenn dies zu
bejahen iſt, ſraat e8 jich, wie und wodurch ſie
begrenzt iſt; denn daß ſie nicht unbegrenzt iſt,
muß von vornherein angenommen werden,