Full text: Abhärtung - Exzentrisch (1)

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der Lage der Seiten dieBegriſſe Parallelogramm, 
Trapez und ſchiefes Viere> gewonnen hat, die 
Parallelogramme unter dem Geſichtöpunkt der 
Größe der Winkel noch weiter einteilen in ſchieſ- 
winklige und rechtwinklige (Rechtecke), und dieſe 
lezteren unter dem Geſichtöpunkt des Grüßen- 
verhältniſſes der Seiten in ungleichſeitige und 
gleichjeitige Nechteke (Quadrate). Je mehr 
untergeordnete Begriſſfe durch Diviſion au3 
einem Begriſſ gewonnen werden können, d. h. 
je mehr Begriſſe er unter ſich hat, deſto größer 
iſt jein Umſang. Da da3 Dividieren bei jedem 
Begriff endlich ein Ende hat, weil die Zahl der 
möglichen Geſjichtöpunkte der Diviſion (der an- 
wendbaren Kategorien) begrenzt iſt, jo gelangt 
man ſchließlich zu Begriffen, die gar keinen Um- 
jang haben, wie 3. B. die Begriſſe Quadrat oder 
Würfel. Bei anderen läßt das Konſtruktion3- 
prinzip von vornherein keinen Spielraum, 3. B. 
bei den Begriffen Kreis, Kugel, Gerade. 
Mit dem Umſang des Begriffs darf nicht ver- 
wechſelt werden fein Inhalt. Zu dieſem gehört 
nur das, wa3 zur Definition, oder bei Begriffen 
des Wahrnehmungsgebietes, was zur Be- 
ſchreibung nötig iſt (j. Abf. 1). Der Saß, daß der 
Jnhalt des Begriſſs um ſo größer iſt, je kleiner 
der Umfang iſt, und umgekehrt, gilt natürlich) nur 
ſür einander über- bez. untergeordnete Begriffe. 
Ein dritter Weg der Neubildung von Begriſſen 
neben der Zuſammenſezung und der Deter- 
mination (Diviſion) iſt die Abſtraktion. Die 
landläufigen Abſtraktionstheorien gehen von dem 
Vorurteil aus, daß der Begriffsbildung klare 
Vorſtellungen von Einzeldingen, Einzelvor- 
gängen ujw. vorangehen, und daß die Abſtrak- 
tion ſich auf dieſe beziehe. Das iſt ganz abwegig 
(j. Abſ. 3). Dagegen gibt es eine Abſtraktion aus 
ſchon vorhandenen Begriffen. Der Begriff 
Dreie> iſt urſprünglich zweifellos als ebene3 
Dreie> verſtanden worden. Später hat ſich 
herausgeſtellt, daß auf der Kugeloberfläche eben- 
ſalls Gebilde möglich ſind, die von drei „Ge- 
raden", nämlich auf der Kugeloberſläche größten 
Kreiſen, begrenzt werden. Durch Abſtraktion 
von den Merkmalen Ebene und Kugeloberfläche 
gelangte man dann zu dem Begriſf „Dreieck 
überhaupt", welcher von jekt an den Begriffen 
„ebenes“ und „ſphäriſches Dreie>" übergeordnet 
war. Auf dem Gebiet der Zoologie und Botanik 
werden ſolche Abſtraktionen zum Zweck der Ge- 
winnung überſichtlicher Einteilungen oft vor- 
genommen. So iſt 3. B. der Begriſſj Säugetier 
zweiſello8 ſpäter entſtanden als die Begriffe 
Scha], Aſſe, Löwe, der Begriff Gliederfüßler 
jpäter als der Begriff Käfer oder Schmetterling. 
An Fruchtbarkeit können ſich die durch Abſtraktion 
gewonnenen Begriſſe mit den anderen freilich 
nicht meſſen. 
In jeder Wiſſenſchaft ſucht man die Begriffe, 
vornehmlich durch Determination (Diviſion) und 
Begriſf -- Beiſpiel 
 
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Abſtraktion, in einen ſyſtematiſchen Zujammen- 
hang zu bringen, und von dem Maße, in dem dies 
gelingt, hängt die Vollendung der betreſſenden 
Wijjenj <haſt zum großen Teil ab. Dem Schüler, 
welcher in eine Wiſſenſchaft eingeführt werden 
ſoll, exleichtert ein klares Begriffsſyſtem nicht 
bloß die Überficht, ſondern auch das Verſtändnis. 
Auch aus dieſem Grunde iſt die Begriffslehre 
für die Bädagogik von großer Bedeutung. 
Literatur. Ausführliche Erörterungen über das 
Thema fmden ſich in jedem gründlichen Lehrbuch der 
Logik. Überſicht und Kritik bei Koppelmann: Unter- 
ſuchungen zur Logik der Gegenwart, 2. Bd., S. 81 |f. 
(1918). Koppelmann. 
Behalten |. Gedächtnis. 
Beiſpiel, ſ. auch „Erzieher“. 1. Logiſche Eigen- 
art des Beiſpiels. a) Ein Beiſpiel iſt etwa3s GEin- 
zelne3, Beſonderes in Beziehung zu einem Zu- 
jammenſfaſſenden, Allgemeinen, und zwar ge- 
hören hauptſächlich folgende Beziehungen hier- 
her: an einem Einzelnen wird eine allgemeine 
Frage bis zur Problemſtellung entwickelt: Aus- 
angsbeipiel: an einem Einzelnen wird ein 
Begrifſ oder Problem geklärt: VWerdeut- 
lichungs3beiſpiel; ein Einzelnes beweiſt, belegt 
einen allgemeinen Saß: beweiſende3 Bei- 
ſpiel, Beleg (Beiſpiele beweiſen nicht, daß ein 
allgemeiner Saß richtig iſt; ein Beiſpiel aber 
kann beweiſen, daß ein allgemeiner Saß falſch 
iſt; vgl. den Art. „Beweis'“); ein Einzelnes tritt 
auf als beſonderer Fall eime3 vorher gewonnenen 
Begriſſe3 oder allgemeinen Urteils oder Pro- 
blem3; Anwendungsbeijpiel. 
b) Ein anſchauliches (konkretes) Beiſpiel iſt 
ein Ginzelne3, da3 ſinnlich wahrgenommen oder 
doch vorgeſtellt werden kann, in Beziehung zu 
einem Begriff oder allgemeinen Urteil oder 
Problem. -- Anſchaulichkeit iſt alfo kein weſent- 
liches Merkmal des Begriffes Beiſpiel. (Der 
Begriff drei, alſo etwas Unanſchauliche3, iſt ein 
Beiſpiel für den allgemeinen Begriff Zahl.) 
ec) Von den Merkmalen eines Beiſpiels (bei 
anſchaulichen Beiſpielen können e8 unendlich 
viele ſein) bezeichnen wir die als weſentlich, 
die für die Beziehung zum Allgemeinen in 
Frage kommen. Welche Merkmale eines Bei- 
ſpiels weſentlich ſind, kann man alſo erſt dann 
wiſſen, wenn man jene Beziehung kennt. 
2. Pädagogiſche Bemerkungen. a) Beſonders 
Kinder haſten am Einzelnen, namentlich am 
konkreten Einzelnen. Daher die fjeit je anerkannte 
große Bedeutung des Beiſpiels, beſonder38 des 
anſchaulichen, für die Erkenntnisbildung. 
b) Bei der Auswahl und Verwertung von 
Beiſpielen muß die Beziehung zum Allgemeinen 
führend ſein. 
&) Typiſche Beiſpiele. Die unendliche Men- 
ge konkreter und abſtrakter Ginzelheiten inner- 
halb der zu erkennenden Welt kann nur bemeiſtert 
werden durch Auswahl typiſcher Beiſpiele, aljo 
jolcher, bei denen die Beziehung zum Allgemei-
	        
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