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Evangelisches Schulblatt - 44.1900 (44)

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Bibliographic data

fullscreen: Evangelisches Schulblatt - 44.1900 (44)

Periodical

Persistent identifier:
1003016723
Title:
Evangelisches Schulblatt
Document type:
Periodical
Place of publication:
Gütersloh
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2556282-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1003016723_44
Title:
Evangelisches Schulblatt - 44.1900
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Bertelsmann
Publication year:
1900
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
[Heft 2]
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Ausblicke
Subtitle:
2. Der Hamburger Kampf um das Recht der Familie an die Schule
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1003016723-44-1373455770850-16
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Evangelisches Schulblatt
  • Evangelisches Schulblatt - 44.1900 (44)
  • Title page
  • [Heft 1] (1)
  • [Heft 2] (2)
  • Beiträge zur Bibelkunde
  • Künstlerische Erziehung, Jugendlektüre und Volksschule
  • Zimmermanns neue Gesangmethode
  • Die Oberhausener Weihnachtskonfrenz evangelischer Lehrer und Schulfreunde
  • Die XXX. Hauptversammlung des Vereins für Herbaritsche Pädagogik in Rheinland-Westfalen
  • "Studien und Versuche über die Erlernung der Orthographie"
  • Ausblicke
  • Litterarischer Wegweiser
  • [Heft 3] (3)
  • [Heft 4] (4)
  • [Heft 5] (5)
  • [Heft 6/7] (6/7)
  • [Heft 8] (8)
  • [Heft 9] (9)
  • [Heft 10] (10)
  • [Heft 10] (10)
  • [Heft 12] (12)

Full text

84 
III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser. 
anderen Stücke unseres Volkslebens, die der Familie ferner stehen. Liegt das Bemühen 
um eine vertiefte Bildung für arm und reich an sich schon im Herzpunkt des socialen 
Wohlergehens, so hoffen wir von der rechten Schule außerdem wichtige Beiträge zur 
Ausgleichung der Klassengegensätze, zur Fürsorge für die wirtschaftlich Schwachen, zur 
Klärung der Frauenfrage und vieles mehr. Es kommt nur darauf an, daß das vielfach 
vorhandene, aber zerstreute und dadurch oft verkümmerte Interesse der Wohlmeinenden 
in ein glücklicheres, gemeinsames Geleise gelenkt werde. Denn nicht als Lehranstalt, 
auch nicht als obrigkeitlich verfügte Einrichtung, am wenigsten als bloße Massen 
veranstaltung wird die Schule jene Bedeutung erringen, sondern lediglich soweit sie 
Gemeinschaft ist und von einer Gemeinschaft getragen wird, deswegen auch zunächst in 
ihrer lokalen Besonderheit und im nächsten und kleinsten Bezirk. Hier läßt sich, unter 
freiwilligem Verzicht der Bevorzugten und durch zufriedenes Vertrauen der minder 
günstig Gestellten, die Fühlung gewinnen, die uns fehlt: hier findet jeder Freund der 
Schule, der für sie Frieden und Freiheit sucht, ein gemeinnütziges, ihm zuständiges 
Arbeitsfeld. 
Das ist zweifelsohne der rechte Weg, für das „Fundamentstück einer ge 
rechten, gesunden, freien und friedlichen Schulverfassung" zu agitieren. Borne 
mann nennt es nicht „Schulgemeinde", sondern „Schulgenossenschaft", weil er in 
Hamburg für eine „gewissenseinige", also konfessionelle Erziehungsgemeinde nichts 
hoffen zu können glaubt. l ) 
Wir sind gespannt -auf die weitere Entwicklung des Kampfes und hoffen 
von dem mutigen Bundesgenossen an der Elbe selbst demnächst einen Beitrag 
bringen zu können. R—n. 
III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser. 
Naturkunde. 
Man redet in der Naturkunde gegenwärtig viel von Reformen. Was man will, ist 
folgendes: 1. Die naturkundlichen Fächer (Naturgeschichte, Naturlehre, Chemie und 
Mineralogie) sollen ihre selbständige Stellung aufgeben und miteinander in innige Ver 
bindung treten. Das ist eine Lehrplanfrage. 2. In der Naturgeschichte sollen die Lebe 
wesen (Pflanzen und Tiere) nicht mehr bloß beschrieben, sondern biologisch betrachtet 
werden, was dazu nötigt, den Beziehungen nachzugehen, in denen die Einzelwesen zu 
einander stehen. Dies ist eine methodische Frage. — Innerhalb dieser beiden Haupt 
richtungen lassen sich in den Verbesserungsvorschlägen verschiedene Nebenrichtungen unter 
scheiden. So ist es z. B- eine Frage, wie weit die Verbindung der Fächer gehen soll. 
Die Einen sagen: Die realistischen Fächer sollen nicht bloß unter sich, sondern auch mit 
den Gesinnungsfächern verknüpft werden und zwar so, daß die letzteren die Führung 
übernehmen. Die andern drehen die Sache um, indem sie sagen: wir sind auch für die 
Konzentration aller Fächer, aber die Realien müssen im Centrum stehen. Eine dritte 
Gruppe will nur die realistischen Stoffe in Zusammenhang bringen, ohne auf die Ge 
sinnungsfächer Rücksicht zu nehmen. Auch diese Konzentration hält eine vierte Richtung 
für zu weitgehend. Sie will innerhalb der Naturkunde nur Botanik. Zoologie und 
Mineralogie auf der einen Seite, Physik und Chemie auf der andern Seite verknüpfen. — 
Diesen Reformbestrebungen gegenüber steht die alte Ansicht, nach der jedes Fach seinen 
eigenen Gang nimmt — unbekümmert um das andere. In der Theorie ist diese An 
sicht sicher überwunden. Man kann sich eben dem Gedanken nicht verschließen: Wenn 
sowohl das rein geistige als auch das rein sittliche Leben des Menschen in hohem Grade 
von seinem Gedankenkreise abhängig ist, so bedeutet die Konzentration der Gedanken 
auch eine Konzentration der geistigen und sittlichen Persönlichkeit, während die Speziali- 
Z Vgl. hiezu auch Trüpers Mitteilungen aus der Hamburger.Schulsynode" Evang. 
Schulblatt 1898 S. 51? ff.
	        

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