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Evangelisches Schulblatt - 44.1900 (44)

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Bibliographic data

fullscreen: Evangelisches Schulblatt - 44.1900 (44)

Periodical

Persistent identifier:
1003016723
Title:
Evangelisches Schulblatt
Document type:
Periodical
Place of publication:
Gütersloh
Language:
German
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
ZDB-Nummer:
2556282-4
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical volume

Persistent identifier:
1003016723_44
Title:
Evangelisches Schulblatt - 44.1900
Document type:
Periodical volume
Publisher:
Bertelsmann
Publication year:
1900
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Periodical issue

Title:
[Heft 3]
Document type:
Periodical
Structure type:
Periodical issue
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Access restriction:
OPENACCESS

Article

Title:
Eine große Stunde im Leben eines alten Schulmannes
Author:
Dörpfeld, Friedrich Wilhelm
Person in original:
[Friedrich Wilhelm Dörpfeld]
Document type:
Periodical
Structure type:
Article
Collection:
Religionspädagogische Zeitschriften
Link zum Katalog:
1003016723-44-1373455770927-23
Access restriction:
OPENACCESS

Contents

Table of contents

  • Evangelisches Schulblatt
  • Evangelisches Schulblatt - 44.1900 (44)
  • Title page
  • [Heft 1] (1)
  • [Heft 2] (2)
  • [Heft 3] (3)
  • Inwiefern kann die Schule mithelfen an der Lösung der socialen Frage der Gegenwart?
  • Beiträge zur Bibelkunde
  • Klagebrief eines preußischen Schulmannes an einen liberalen Staatsmann
  • Die Zwangserziehung Minderjähriger
  • Thüringen (Lektion auf der Oberstufe)
  • Eine große Stunde im Leben eines alten Schulmannes
  • Litterarischer Wegweiser
  • Zur Recension eingegangene Bücher
  • Preisausschreiben
  • [Heft 4] (4)
  • [Heft 5] (5)
  • [Heft 6/7] (6/7)
  • [Heft 8] (8)
  • [Heft 9] (9)
  • [Heft 10] (10)
  • [Heft 10] (10)
  • [Heft 12] (12)

Full text

III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser. 
129 
Der Brief Lutherö hatte ein Licht fallen taffen auf den Spruch in der Schule 
zu St. Joachimsthal, das nun in dem Gemüte Hermanns einen Wiederschein 
gab, der nimmer verlosch. Es war die Stunde seiner Konfirmation von oben, 
als eines evangelischen Lehrers, der die Liebe zu den Kindern adelt durch die 
Wahrheit, und sein bescheidenes Werk an ihnen krönt durch gewissenhafte Treue, 
als diene er nicht den Kleinen und Kleinsten, sondern dem allmächtigen Gott. 
Mit einem freundlichen: Gott grüß euch! gingen die Schüler, ihr Käpplein 
ziehend, an dem geliebten Lehrer vorüber in ihre Klasse, ohne zu wissen, daß er, 
der unterrichten sollte, eben über sie und sich selbst die höchste Unterweisung em 
pfangen hatte. Dennoch konnten sie es bald spüren, daß ihrem Lehrer eine Gabe 
zugefallen sei, die er bisher noch nicht gehabt hatte, und deren Eigentümlichkeit 
es ist, daß sie mit den Jahren nicht abnimmt, sondery wächst, und alle Tage 
größeren Segen giebt. Es war, als verdoppelte sich seine Geduld gegen die 
Schwachen, seine Freundlichkeit gegen die Zaghaften, seine Milde gegen die in 
jugendlichem Leichtsinn Strauchelnden, sein Ernst gegen die Übermütigen. Seit 
er keinen mehr versäumte und das Kleinste pflegte, als sollte es das Größte 
werden, war es, als ob selbst die Noten, die er an die Wandtafel schrieb, besser 
in die Stimme fielen, als ehedem, doch nicht aus den besseren Erfolgen seines 
Unterrichtes, — als vielmehr aus dem Segen, der seiner Zucht und seinem 
ganzen Umgänge mit den Knaben sichtbar nachfolgte, erkannte jung und alt, daß 
in dem guten Lehrer ein treuer Vater wirke. 
III. Abteilung. Litterarischer Wegweiser. 
Di'. A. Spitzner, Psychogene Störungen der Schulkinder. Ein Kapitel der pädago 
gischen Pathologie. Leipzig, Ungleich. »° 45 6. 1 M. 
Diese Arbeit bildet ein Kapitel in der von Spitzner in III. Auflage herausge 
gebenen Päd. Path. Strümpells. Die Sonderausgabe verfolgt den Zweck, weitere 
Kreise auf die psychogenen Störungen bei Schulkindern und auf die entsprechende Heil 
pädagogik aufmerksam zu machen. Die medizinische Wissenschaft rechnet die psychogenen 
Störungen gewöhnlich mit zu den hysterischen Erscheinungen: in neuerer Zeit werden 
sie als abgesonderte Gruppe betrachtet, und zwar sind darunter die Störungen zu ver 
stehen, bei welchen primär auftretende Veränderungen des Bewußtseins im Zusammen 
hang stehen mit körperlichen Veränderungen, insbesondere mit krankhaften Veränderungen 
innerhalb der Sphäre des Nervensystems. — Die Arbeit ist eine interessante, wissen 
schaftlich begründete Monographie und verdient Beachtung in weiteren Kreisen, 
namentlich aber seitens der Erzieher wirklich pathologischer Naturen. Ich schließe mich 
gern dem Wunsche des Referenten an, daß die angeführten Beispiele zu einer regen 
Beobachtung, die angefügten Reflexionen zu einer vorsichtigen Heilpädagogik Anlaß geben 
möchten. Aber als Zweck schwebt meinem Wunsche auch vor, daß man auf Grund der 
exakt durchforschten, reichhaltigen Unterlagen zu einer scharfen Trennung zwischen wirk 
lich psychogenen Störungen und Folgezuständen der Selbstindisciplin 
gelangen möchte, daß somit das Gebiet der Schwankungen bei Normalen scharf 
getrennt werde von den Störungen bei pathologischen Naturen, die sich 
durch die Komplikationen ihrer Fehler kennzeichnen und darum von diesem 
Gesichtspunkt aus beurteilt sein wollen. Solange wir nicht eine exakte, reichhaltige, 
päd.-praktische Basis haben, liegt stets die Befürchtung nahe, daß wir bei weiterer 
Acceptierung medizinischer Systeme und Projizierung ihrer Gesichtspunkte auch auf die 
Sphäre der Normalität (z. B- auf alle Schulkinder, was seitens mancher Leser geschehen 
könnte, aber doch gewiß nicht im Sinne des Referenten liegt,) in der Praxis mit vollen 
Segeln hineinfahren in eine „pathologische Pädagogik." A. Fuchs.
	        

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